Volker Kühn
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kam über den Journalismus zu Funk- und Fernseharbeit. Vier Jahre USA-Aufenthalt. Ab 1963 Redakteur beim Hessischen Rundfunk, für den er über zehn Jahre lang die satirische Monatsbilanz "Bis zur letzten Frequenz" schrieb und produzierte. Seit 1970 freier Autor und Regisseur. Zahlreiche Hörspiele und Features. Mitautor und Regisseur von Programmen des Berliner "Reichskabaretts" ("Hab Bildung im Herzen", 1967; "Der Guerilla läßt grüßen", 1968; "Ex und hopp", 1970), 1971 schrieb und inszenierte er für die Berliner "Wühlmäuse" das Programm "Deutschland, wir kommen!". Kabarett-Texte für Lore Lorentz, Wolfgang Neuss, Hanns Dieter Hüsch, Jürgen von Manger u.a. 1973 startete er zusammen mit Dieter Hildebrandt die ZDF-"Notizen aus der Provinz". Zahlreiche Fernsehsendungen, darunter TV-Dokumentationen über 100 Jahre deutsches Kabarett ("Die zehnte Muse", ZDF), über die Unterhaltung im Dritten Reich und das Kabarett im KZ ("Totentanz"), die Film-Satiren "Die halbe Eva", "Euer Clown kann ich nicht sein", "Hochkant", "Der Eremit" sowie das Neuss-Porträt "Ich lache Tränen, heule Heiterkeit". Schrieb und inszenierte diverse Theater-Revuen, darunter das Revolutions-Spektakel "Libertäterä" und das Dada-Apocalyptical "Quaale Traum erdrosselt meine Singe".

Seine UFA-Revue "Bombenstimmung" wurde im Berliner Theater des Westens uraufgeführt. Songtexter für Schallplatten ("Turos Tutti") Musicals ("EinsZweiDrei") und Spielfilme ("Die Hallo Sisters"). Polit-Satire auf Schallplatten: "Wie die Alten singen", "Musik aus Studio Bonn", "Pol(h)itparade". Zahlreiche Buchveröffentlichungen zum Thema Kabarett und Satire, darunter "Leise rieselt der Schmäh" (Wende-Parodien zur Lage der Nation), "Gedicht aus Bonn" (Wegwerf-Lyrik aus dem Bundestag), "Spötterdämmerung" (Vom langen Sterben des großen kleinen Friedrich Hollaender), ferner "Das Kabarett der frühen Jahre", der Bildband "Die bissige Muse", die Neuss-Anthologie "Der totale Neuss" und die fünfbändige Textsammlung "Kleinkunststücke", die zum 100. Geburtstag des deutschen Kabaretts im Januar 2001 in einer überarbeiteten und erweiterten Ausgabe bei Rogner & Bernhard (Zweitausendeins-Versand) erschien.

Theaterarbeiten: "Bankers Opera" (Düsseldorfer Schauspielhaus), "Das Wunderkind" (Schauspiel Frankfurt/M.), "Wortschmatz" (Düsseldorfer Schauspielhaus) und die Gustaf Gründgens-Revue "G wie Gustav. Mit F" (Deutsches Theater, Berlin). Seine Bühnenfassung von "Marlene", die er für das Berliner Renaissance-Theater schrieb, wurde zu Gastspielen in die Schweiz, nach Österreich und Japan eingeladen und brachte es inzwischen auf über 500 Aufführungen. Jacques Offenbach-Medaille der Volksbühne Bonn für Satire, Kurt Magnus-Preis der ARD für seine Sendereihe "Bis zur letzten Frequenz".

Mitglied des PEN-Zentrums. Lebt in Berlin.

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